Von Korsetts und Corsagen

Die Begriffe Korsett und Corsage werden heute häufig als Synonyme gebraucht, doch dabei handelt es sich eigentlich um zwei völlig unterschiedliche Kleidungsstücke. Ihre einzige Gemeinsamkeit ist, dass sie beide zu den Teilen der Damenunterwäsche gehören, die eine besonders schöne Figur zaubern.

Wer im Dessous Shop nach einem Korsett fragt, hat dabei meistens eine Corsage im Sinn. Damit sind nämlich die enganliegenden dünnen Unterkleider gemeint, die sich weich an den Körper anschmiegen und nur durch dünne Stäbchen so in Form gehalten werden, dass sie keine zusätzlichen Träger benötigen. Als sexy Dessous werden Corsagen gerne mit Strumpfhaltern und sexy Nylonstrümpfen in der gleichen Farbe kombiniert. Dank Popstars wie Rihanna und Lady Gaga ist die Corsage mittlerweile aber auch so gesellschaftsfähig geworden, dass sie zum Ausgehen in Clubs auch schon mal das Oberteil ersetzt und mit einem knappen Röckchen kombiniert wird. Solche Corsagen sind gewöhnlich aus etwas festerem Stoff und werden mit Schnüren zusätzlich in Form gehalten.

Die jahrhundertealte Geschichte des Korsetts

Das klassische Korsett war dagegen bis Mitte des 20.Jahrhunderts ein Standardteil der weiblichen Garderobe, das von Frauen jeden Alters getragen wurde und mit sexy Unterwäsche so gar nichts gemein hatte. Das Tragen von Korsetts war schon während der Renaissance beliebt und diente zunächst dazu, die Brust flachzudrücken und der Trägerin eine kegelförmige Figur zu verleihen, die man in zahlreichen Porträtgemälden der Epoche sehen kann. Erst Mitte des 16.Jahrhunderts wandelte sich die Mode und Korsetts wurden fortan dazu benutzt, den Busen anzuheben und eine extrem schlanke Taille zu formen. Korsetts wurden dazu mit Fischbein, Stahlbändern oder Horn verstärkt und beschränkten sich nicht wie die moderne Corsage darauf, den Körper lediglich einzuhüllen, sondern die Körperform aktiv zu verändern. Die zahlreichen Ohnmachtsanfälle früherer Damen sind vor allem auf die akute Atemnot zurückzuführen, die eng geschnürte Korsetts verursachten.

Korsetts gerieten erst Anfang des 20.Jahrhunderts aus der Mode, als immer mehr Frauen berufstätig wurden und mit Korsetts nicht arbeiten konnten. Auch bei der Frauenbewegung waren Korsetts so verpönt wie später die BHs, die von den Emanzen verbrannt wurden.

Korsetts im Dessous Shop

Dank des Burlesque-Revivals haben auch Korsetts ein Comeback gefeiert. Lange Zeit nur in düsteren Ecken von BDSM-Shops erhältlich, gibt es Korsetts nun auch wieder im regulären Dessous Shop zu kaufen. Die Auswahl ist mittlerweile relativ groß geworden und bietet von verspielter Spitze bis zu hartem Leder die ganze Bandbreite an Unterkleidung. Doch so brutal eng geschnürt wie früher werden diese Korsetts heute natürlich nicht mehr, so dass die Grenze zwischen echten Korsetts und Corsagen tatsächlich fließend geworden ist.