Dessous Mitte des 20. Jahrhunderts
Trägerlose Corselets erschienen erst Ende der 30 Jahre des letzen
Jahrhunderts. Dank der bereits existierenden Gummifaser waren dehnbare
Einsätze im Corselet möglich. Auf diese Weise bekamen diese Dessous
richtigen Halt am Körper der Trägerin. Nun waren auch die neuen BH’s
mit verstellbaren Trägern versehen und hatten sogar Vorderverschlüsse.
Während dieser Zeit konnte nun auch jede schlanke Frau Hüft- und
Strumpfhalter tragen. Denn der elastische Gummieinsatz hielt die
Dessous am Körper. Das war auch die Zeit, in der die Fäden Nylon und
Perlon entwickelt wurden. In der Anfangszeit dieser Materialien wurde
das Nylon und Perlon hauptsächlich zu Kriegszwecken eingesetzt. Ihre
Verwendung fand das Nylon und Perlon bei Fallschirmen oder
Schwimmwesten. Da während dem Krieg viele Fallschirme am Boden
niedergingen war es für viele Menschen eine Möglichkeit aus den
zurückgebliebenen Fallschirmen Unterwäsche zu nähen.
Wir
befinden uns zeitlich gesehen am Ende der Kriegszeit und im
Wiederaufbau in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. In dieser
Zeit entstanden erste Wäschekollektionen speziell für junge Mädchen.
Diese kamen von Amerika nach Europa. Eine Eigenart dieser Kollektionen
war, dass die BH’s keinen runden Cups sondern spitz zulaufende Cups
hatten. In den 60er Jahren entwickelten die fleißigen Forscher die
Stoffart Lycra. Damit war es möglich nahtlose Strümpfe zu produzieren.
Aber zu dieser Zeit schwappte eine große Emanzipationswelle aus Amerika
nach Europa über. Denn amerikanische Damen empörten sich über die
konventionellen BH’s welche die Damen angeblich einengten. Die
Damenwelt trug ab da an keine BH’s mehr. Das war die große Not in der
Stunde der Dessous. Und aus der Not wurde der neue BH geboren. Es war
ein BH, der nur noch auch Nylon und Tüll bestand. Dieser BH konnte die
Brust aber bestens stützen. Diese Verbesserung des BH’s war für die
gesamte Dessousindustrie ausschlaggebend. Die Dessous wurden zunehmend
dünner, transparenter und elastischer. Ende der 60er Jahre trugen die
Menschen kaum noch Hosenübende, die über den Bauchnabel reichten.
Hüfthohe Hosen waren das Maximum an Hosenhöhe. Die Höschen wurden immer
knapper und in den 70er Jahren der Hippiezeit zunehmend bunter und
flippiger. Von nun an musste sich die Wäsche neue Wege suchen.
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